Dienstag, 29. November 2016

Markenrausch

OK, ich hätte da doch noch die ein oder andere Erfahrung mitzuteilen.

Ich saß nun Monate später immer noch wie der Ochs vor'm Berg, besser gesagt: wie die Frau vor'm Geldkoffer.
Irgendwie war die Kohle ja nun da, ich kann sie aber nicht so richtig in mein Leben einordnen.
Das kann man als Außenstehender vielleicht noch weniger verstehen, als ich selbst.
Mein Plan, das Geld zu ignorieren und es höchstens im Notfall mal hervorzukramen, schlägt fehl.
Ich bin froh, dass es da ist, klar, aber es fühlt sich fremdkörperartig an.
Vielleicht sollte ich mir einen guten Psychologen kaufen, um das mal abzuklären :-)

Auf der einen Seite also die zu ignorierende Kohle, auf der anderen Seite meine nicht zu ignorierende Mutter, die ständig predigt: "Kind, nun gönn dir doch mal was!"

Jo, hab ich gedacht, sie hat recht. Wir ziehen jetzt los und hauen richtig auf die Kacke.

Also lud ich sie zu einer Shopping-Tour ein.

Zuerst kauften wir ihr und ihrem kaputten Rücken einen sogenannten Aufstehsessel; die mitlesenden Senioren wissen, was ich meine. Superweiches Leder. Wenn man nun ihr Wohnzimmer betritt, wähnt man sich in einem Schuhgeschäft, so intensiv ist der Lederduft. Herrlich :-))))
850 Euro. (für einen Stuhl!!)

Das war das Nützliche.
Den Rest des Tages haben wir nur Geldvernichtung betrieben.

Wir betraten einen Feinkostladen (nicht Feinkost Albrecht ;-)) und kauften "Reiche Leute"-Dinge, so Klassiker, die wir noch nie gekauft oder gegessen haben.

Kaviar, Roederer-Champagner, Wintertrüffel, Safran, Hummer, Kreutzkamm-Baumkuchen, DreiMeister-Pralinen, Kaffee, usw.
Die Rechnung belief sich auf 482 Euro.
Und wir haben nicht mal die teuersten Produkte gekauft!

Weiter gings:
Ich besitze nun Schuhe von Bally (298 €), 1 Jeans von Jil Sander (279), eine Bluse von Donna Karan  (189) und einen Schal von Burberry (379).
Ich trage nun honigbraun gefärbtes Haar (w,s,f, 125) und habe mir Gelnägel (70) machen lassen. 

Und?

Bin ich ein besserer Mensch, weil ich nun besser aussehe und besser gekleidet bin? Nö.

Und was die Fressalien ..ähm.. die Delikatessen betrifft: ganz ehrlich?
Das meiste hat mir gar nicht geschmeckt (Kaviar? Was soll das denn?!). Wiederholung also unnötig. Ja, ich weiß, ich bin ein Banause. 
Für mich ist eine Jeans eine Jeans, ob nun 27,95 € von Takko oder 279 von Jil Sander.

Bin ich nun geizig oder falsch konditioniert?

Freitag, 18. November 2016

Zu arm zu bloggen

Die anfängliche Aufgeregtheit um die Erbschaft hat sich gelegt.
Ich wusste damals nicht, wohin mit meinen Gedanken und Emotionen diesbezüglich.
Was liegt da näher, als sowas in einem Blog herauszulassen :-)

Wenn ich nun Weltenbummlerin wäre oder ein Mann, dann könnte ich jetzt hier Geschichten schreiben über New York, Rio, Tokio und Koks, Nutten und Porsches.

Alles geht seinen Weg wie immer.
Ich gehe weiter arbeiten; habe meinem Chef nicht vor die Füße gerotzt. Warum auch, der ist echt nett.
Einen Schuhschrank habe ich mir gekauft und der Lilun feiert demnächst seinen Kindergeburtstag in einer Ritterburg samt "Wir basteln uns ein Holzschild".
Und Mutter habe ich versprochen, ich fahre mit ihr zum Christkindlsmarkt in Nürnberg.
Aufregend, was?
Nö.

Ein Blog muss Interessantes bieten, Fesselndes, Aufregendes, Unanständiges.
Aber 500.000 minus 128.000 € Erbschaftssteuer sind tatsächlich zu wenig, um einen Blog zu befeuern.
Und deshalb habe ich beschlossen, ihn in den nächsten Tagen zu löschen.

Oder wenigstens zu deaktivieren, vielleicht passiert ja noch irgendwas enorm Spannendes :-)

Danke für's Lesen und kommentieren!

Mittwoch, 2. November 2016

Neuschwanstein

Übers verlängerte Wochenende mal eben nach Füssen gejettet und das Schloss besichtigt.
Da träumt meine Mutter schon seit 1972 von.
Seit sie damals Viscontis "Ludwig II" gesehen und sich in Helmut Berger verliebt hat. 
Und ich bin ja Märchenschlössern und Prunk und Pomp auch nicht abgeneigt.

Es war voll. Sehr sehr voll.

Und leider wurde der erste Eindruck geschmälert, da das Tor eingerüstet ist.
Leichte Enttäuschung bei Mutter, aber das unglaubliche Interieur versöhnte sie dann wieder.

Man empfahl uns ein Doppelticket, sehr günstig, mit dem man das Schloss Hohenschwangau nebenan besichtigen konnte.

Die Jungs haben sich gelangweilt. Nun ja. Bildung macht erst Spaß, wenn man sie sich nicht mehr aneignen MUSS.

Das nächste mal gehts wohl lieber nach Disneyworld Paris :-)

Und die Mutter?
Findet den Berger mittlerweile zum Abgewöhnen, aber das Schloss zum Niederknien.