Sonntag, 28. Mai 2017

Vermögen muss man sich verdienen

Die Erbschaftssteuer ist fällig.

Der Steuerberater hatte mir ja geraten, die Erbschaft erstmal nicht anzumelden, das Ganze auszusitzen, bis das Finanzamt sich von selbst meldet und somit noch für ca.
2 Jahre Zinsen für die volle Summe einzuheimsen.
Ich habe aber einige Wochen später die Nerven verloren und ihn angewiesen, die Steuererklärung für mich zu machen.

Die Antwort des Finanzamtes ließ nicht lange auf sich warten.

Ich solle bitte eine Auflistung des Nachlassverwalters über die komplette Erbschaft vorlegen, sowie die Abrechnung des Anwalts.
Für die Übersetzung aller Unterlagen vom englischen (der Erbonkel lebte ja in Kanada) ins deutsche habe ich zu sorgen und für die entsprechenden Kosten wäre ich ebenfalls zuständig.

Wobei mir gar nichts vorliegt.
Ich habe weder eine Auflistung des Verwalters, noch eine Abrechnung vom Anwalt.
Ich habe eine Todesanzeige und die (umgerechnet) 500.000 Euro auf's Konto überwiesen bekommen und eine Mail vom Anwalt, in der er mir alles Gute wünscht.

Nun finde ich es ja nach wie vor ziemlich dreist vom Staat, sich am Vermögen, was sich jemand hart erarbeitet hat (in diesem Fall Tante und Onkel mit ihrer kleinen Firma) so üppig zu bedienen. Als würden Einkommensteuer, Gewerbesteuer, usw. nicht schon genügen.
Bestärkt durch meine Freundin ("Lass die mal was tun für ihr Geld!"), habe ich mir also gedacht, ich lasse das Finanzamt für ihre leicht verdienten 120.000 Euro mal richtig arbeiten und habe einen Brief geschickt:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
mir liegen leider keine Unterlagen aus Kanada vor.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte den Anwalt:
Jeremy Smith, 592 Main Street, 54321 Montreal, Kanada.
Mit freundlichen Grüßen!
Ricarda Reich."

Ich bin gespannt, wie es weitergeht...

Kommentare:

  1. Ich auch!

    Und das wird sicher nicht lange dauern...
    Wünsche Dir gute Nerven - da kommt bestimmt ein Haufen Papierkram auf Dich zu.

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